Angela Merkel im Google-Ländervergleich
Angela Merkel im Google-Ländervergleich 05.12.2008 | Kategorie: SEOGoogle ist nicht gleich Google: In diesem Artikel teste ich die Ergebnisseiten gleicher Suchphrasen in unterschiedlichen Ländern. Die Browser-Software GInspector eröffnet dabei einen sehr interessanten Blick in die Welt des Google-Universums.
Ein Leben ohne Suchmaschine lässt sich heute eigentlich nicht mehr vorstellen. Google ist allgegenwärtig und verführt mit dem unmittelbaren Stillen der unterschiedlichsten Informationsbedürfnisse. Und die wachsen – von Tag zu Tag. Dabei merken wir allerdings kaum, dass wir mit der Aussonderung vermeintlich irrelevanter Informationen auch solche nie zu Gesicht bekommen, die – objektiv gesehen – durchaus wichtig wären.
Andere Länder, andere Sitten
Wie unterschiedlich und subjektiv die Ergebnisseiten von Google in den Ländern dieser Erde bestückt sind, lässt sich durch einen kleinen Test verdeutlichen, der sehr viel über die Kultur, aber auch die Politik eines Landes verrät.
GInspector, der Google-Auslandskorrespondent
Die Zusammenstellung der Suchergebnisse ist stark vom eigenen Standort abhängig. Es ist also nicht ganz so einfach, die Suchergebnisse aus den Vereinigten Staaten zu einer speziellen Suchphrase zu erhalten, wenn man sich physisch in Deutschland befindet. google.com zeigt in Deutschland nicht das an, was in den USA zu sehen wäre.
Der Browser-Software GInspector gelingt dies aber dennoch – mit einen kleinen Trick. Wir wollen uns im Folgenden ein paar Suchphrasen vornehmen und die zugehörigen Google-Ergebnisseiten aus der Perspektive verschiedener Länder betrachten.
Jugendschutz in Deutschland
Bei unserem ersten Vergleich wird klar, dass selbst in Deutschland nicht jede Internetseite ihren Weg in die Suchergebnisse findet. Wird beispielsweise nach dem Begriff “Sex” gesucht, gibt Google an, insgesamt 5 Suchergebnisse ausblenden zu müssen. Google-Österreich blendet bei der gleichen Suchanfrage keine Ergebnisse aus.
Visuelle Darstellung
Auch wenn man bisher meinte, dass die visuelle Präsentation von Google in jedem Land die gleiche wäre, so werden wir nun doch eines Besseren belehrt. Beispielsweise ist die Markierung von Schlüsselbegriffen innerhalb der Suchergebnisse nicht überall gleich. In den asiatischen Ländern werden diese zur Berücksichtugung der unterschiedlichen Wahrnehmung nicht in einem fetten Schriftschnitt, sondern in Rot dargestellt.
Bilder und Videos
Google geht bei vielen Suchanfragen davon aus, dass diese vom Suchenden noch nicht korrekt ausformuliert werden konnte und streut deshalb Suchergebnisse unterschiedlicher Bereiche, wie bspw. von Maps oder News, ein. Trotzdem gibt es auch abweichende Darstellungen, wie das folgende Beispiel aus der koreanischen Google-Suche zeigt:
Angela Merkel und die politische Meinung
Sehr interessant ist auch zu sehen, welche politische Sichtweise Google “hat”. Sieht man mal von den äußerst gelungenen AdWords-Einblendungen im folgenden Österreich/Deutschland-Vergleich ab, dürfte sich die Bundeskanzlerin darüber freuen, dass sich die weniger schmeichelhaften YouTube-Videos unter Google-Deutschland zumindest nicht im direkt ersichtlichen Bereich der Suchergebnisse befinden.
Sollte die Popularität eines Videos mit in die Platzierungsbewertung einfließen (wovon wir ausgehen können), lässt das sicherlich interessante Rückschlüsse zu. Eine genaue Analyse überlassen wir hier aber den Sozio-Psychologen. Interessant ist übrigens auch, dass die Domain www.bundeskanzlerin. de es in Deutschland nicht unter die ersten drei Platzierungen geschafft hat. Aus diesem Grund musste man sich offenbar noch eine entsprechende AdWords-Schaltung einkaufen. Etwa von Steuergeldern?
Auch der folgende Vergleich (Estland / Polen) lässt tief blicken und bedarf eigentlich kaum weiterer Worte:
Es geht aber auch wesentlich vornehmer, wie die folgenden Suchergebnisse aus Thailand und Saudi-Arabien zeigen:
Fazit
Sicherlich könnte man noch viele interessante Unterschiede im Google-Ländervergleich herausarbeiten. Für einen ersten Eindruck sollte es aber gereicht haben: Google passt sich an das jeweilige Land nicht nur visuell, sondern auch an deren Bedürfnisse, Vorlieben, aber auch politische Beschränkungen an.
Eigentlich sollte man festhalten, nie ausschließlich einer einzigen Quelle zu trauen, wenn es um geschäftskritische Recherchen geht. Trotzdem scheinen aber genau das immer mehr Menschen – vor allem in Deutschland – zu tun.
Zu guter Letzt: Liechtenstein
Noch einer zum Schluss: Eine Suchanfrage nach dem Begriff “Flughafen” bei Google-Liechtenstein bringt zunächst nur deutsche Flughäfen zu Tage. Und das obwohl der nächstgelegene Flughafen in der Schweiz ist, denn Liechtenstein hat keinen eigenen Flughafen. Ist Liechtenstein doch zu klein für das Google-Universum?








