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Der Twitter-Faktor: Interview mit Stefan Berns

Der Twitter-Faktor: Interview mit Stefan Berns 12.01.2010 | Kategorie: Hauptartikel, Noch mehr

Twitter, und damit auch vernünftige Literatur zur Behandlung dieses neuen Marketing-Tools, wird immer wichtiger. Erfolgsautor Stefan Berns im Gespräch mit seo-usability.de über die Art und Weise, wie Twitter uns alle verändert.

berns_twitterfaktorHerr Berns, “Der Twitter-Faktor” (Rezension hier im Blog) entwickelt sich gerade zum Bestseller. In den ersten 4 Wochen wurden ja bereits über 1000 Exemplare verkauft. Das ging schnell. Herzlichen Glückwunsch. Auch Sie und Ihr Co-Autor haben sich mit der Erforschung der Materie mit der anschließenden Gründung eines Twitter-Beratungsunternehmens nicht allzu lange Zeit gelassen. Ist die rasche Einstellung auf neue Methoden und Technologien im Marketing ein grundsätzlicher Trend, vielleicht sogar zwingend erforderlich, um mit der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit des Internets Schritt halten zu können?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ja, ich bin selbst sehr positiv überrascht. Es wurden nach nur 4 Wochen bereits über 1000 Exemplare verkauft und seit dem hält sich „Der Twitter-Faktor“ immer im Verkaufsrang zwischen 4.000 und 10.000 bei Amazon. Das Feedback zum Buch ist überaus positiv und es haben bereits 9 Leser, das Buch rezensiert und bewertet. Gleichzeitig wurde es auch in vielen Blogs besprochen und empfohlen.

Ja gerade in der heutigen Zeit ist enorm wichtig schnell zu handeln, Trends und Entwicklungen einzuschätzen und dann, diese auch sofort in die Praxis um zusetzten. Dabei dürfen dann auch Fehler gemacht werden, denn nur wer Fehler macht lernt, entwickelt sich und wird letztendlich erfolgreich sein.


Sie beschreiben in Ihrem Buch, wie Twitter unser Kommunikationsverhalten maßgeblich beeinflussen wird. Insbesondere der Schutz der Privatsphäre scheint mit den neuen Möglichkeiten doch ein gehöriges Stück aufzuweichen. Der doch manchmal etwas unüberlegte Upload von Privatbildern hat ja bereits mehrfach zu beruflichen und privaten Problemen geführt. Und auch bei Twitter gibt es bereits erste Fälle, bei denen sich der Autor wünschte, seine Nachricht niemals abgesendet zu haben. Wie lange wird es nach Ihrer Einschätzung dauern, bis wir das richtige Gespür für den kommunikativen Twitter-Umgang gelernt haben?

Ja, sie haben vollkommen recht. Twitter bedeutet eine neue Form von Transparenz für dasjenige twitternde Unternehmen. Jeder der twittert, muss sich hier im Klarten sein, das alles was er twittert, vollkommen öffentlich ist und durch die Suchmaschinen unsterblich wird, denn Google vergisst nie. Gerade wenn ich über meinen offiziellen Twitter-Account meiner Firma twittere, sollte mir das immer bewusst sein.

bern2Bei Twitter handelt es sich ja um ein noch recht junges Medium, dessen Einsatz auch aus soziologischer Perspektive noch nicht eingehend erschlossen ist. Sprich: Es sind sicherlich noch viele Praxistests erforderlich, um abschätzbare Reaktionen der Teilnehmer zu erhalten. Welche empirischen Ansätze verfolgen Sie, um Ihren Wissenshorizont zu erweitern?

Ich bin weder Wissenschaftler, noch Statistiker, sondern Praktiker. Und ich schaue mir an, wie Twitter, innerhalb der SocialMedia-Landschaft von Unternehmen in der Praxis genutzt und umgesetzt wird. Vieles probiere ich auch selbst aus, um heraus zubekommen was geht und was zu welchen Resultaten führt.

Im Jahr 2009 hat es ja bereits ein paar sehr interessante Demonstrationen der neuen Macht gegeben, die Blogger über die neuen Kommunikationswege nutzen konnten. Viele Unternehmen mussten hier zunächst lernen, den Einzelnen nicht länger zu unterschätzen, sondern seiner Kritik auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Verschiebt Twitter diese Macht noch ein weiteres Stück zu Gunsten der Masse, bzw. des Einzelnen?

Ja, absolut so ist es. Und ich denke das waren erste die Anfänge die wir in 2009 erlebt haben.
Viele unterschätzen einfach die enorme Macht und Energie von vernetzten System. Die SocialMedia, mit Twitter als zentralem Kommunikations- und Realtimeinternet-Tool gibt jedem von uns damit eine mächtige Kommunikationstechnik an die Hand, die wir nutzen können um uns mit tausenden von Menschen in kürzester Zeit zu vernetzten, und mit diesen Wissen und Informationen auszutauschen.

Der Faktor Zeit spielt hierbei keine oder nur noch eine sehr marginale Rolle. Informationen in Wort, Bild und Video geht in Lichtgeschwindigkeit um die Welt und können einen digitalen Tsunami im Web auslösen. Flashmobs und die immer mehr wachsende Zahl on Online-Petitionen zeigen welche Macht die Masse und jeder einzelne dadurch hat. Ob sie das Bewusstsein dazu hat, die Macht auch sinnvoll zu nutzen, bleibt abzuwarten.

Twitter wird auch immer wieder als Synonym für das “Echtzeit-Web” gesehen und steht damit auch in direktem Zusammenhang des mobilen Internets. Welche praktischen Anwendungen sehen Sie für das mobile Echtzeit-Web für das Jahr 2010?

Ja genau. 2009 war mit dem explosionsartigem Wachstum von Twitter, der Beginn des Echtzeit-Webs und 2010 werden wir die Massennutzung des mobilen Webs erleben. Alles was mit geolokalisierenden Diensten zu tun haben wird, wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Was hier in der Praxis Sinn macht, und dann letztendlich von den Massen angenommen und genutzt wird, bleibt spannend zu beobachten. Ich denke jedoch, dass dieser Trend unsere Wirtschaft und Gesellschaft noch weiter nachhaltig verändern werden.

Praktische Anwendungen sind auch hier wieder soziale Netzwerke, wie das gerade aufkommende foursquare.com, was allerding wirklich nur auf dem Faktor Spaß basiert, aber es gibt die Richtung vor in der sich das Echtzeit und Mobileweb hin entwickeln werden. Viele zukünftige Dienste, werden auch nur noch für das mobile Web programmiert werden, weil sie in der Desktopnutzung einfach keinen Sinn machen.

cover.inddIn Ihrem Buch beschreiben Sie ja vor allem den aktuellen Stand der Technik und die mentalen Einstellung zu dieser, womit Sie Basics aus europäischer Sicht sehr gut abdecken. Können wir möglicherweise irgendwann noch mit einem weiterführenden Buch rechnen?

Eine gute Frage. Ein Buch zu schreiben ist ein besonderer Prozess. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich habe all mein Herzblut und mein Wissen in dieses Buch gelegt. Umso mehr freut es mich jetzt natürlich wie toll es von den Lesern angenommen und empfohlen wird. Sicherlich wird es nicht mein letztes Buch bleiben. Doch konkretes ist nicht geplant.

Herr Berns, vielen Dank für das interessante Gespräch und weiterhin so viel Erfolg für das Jahr 2010! Über Letzteres müssen wir uns bei Ihnen sicherlich keine Gedanken machen …

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Stefan Berns

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