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IT-Polygynie: Twitter mit Bing und Google

IT-Polygynie: Twitter mit Bing und Google 23.10.2009 | Kategorie: Hauptartikel, SEO

Das wurde aber auch Zeit: Bing und Google implementieren den Microblogging-Dienst in ihre Suchergebnisse. Was bedeutet das für die SEO?

Bing vs. Google

twitter1Es ist soweit: Twitter beliefert nun als weiterhin selbstständiger Service zwei große Suchmaschinen: Bing – und, ja, auch Google. Letzterer hatte sich noch vor kurzem nicht gerade löblich über den Microblogging-Dienst geäußert (”Twitter ist E-Mail für Arme“). Unter dem redmonder Konkurrenzdruck war man nun aber offenbar doch gezwungen, diese Haltung zu überdenken. So verkündete dann auch die Produktverantwortliche Marissa Mayer am 21.10.2009, dass Google zukünftig (in ein paar Monaten) Twitter für die Google-Suchergebnisse berücksichtigen möchte.

Bing ist in diesem Fall einen gehörigen Schritt voraus. Unter http://www.bing.com/twitter kann ein erster Vorgeschmack gewonnen werden. Zur Zeit werden die Suchergebnisse von Twitter auf einer gesonderten Seite präsentiert. Das soll sich aber in Zukunft ändern. Aktuell ist das Bing-Twitter nur für den US-Markt nutzbar. Um von Deutschland aus auf den Service zugreifen zu können, muss der URL ein Language-Parameter angehangen werden: http://www.bing.com/twitter?setmkt=en-us.

twitter2Zum ersten Mal in der Firmengeschichte von Google gewinnt man den Eindruck, dass das Management einer gravierenden Fehleinschätzung unterlag und Bing so einen weiteren Treffer im Kampf der besseren Suchmaschine ermöglichte. Natürlich sind die Redmonder noch lange nicht dort, wo sie gerne wären, trotzdem zeigt die aktuelle Entwicklung, dass Google nicht unfehlbar ist (obwohl genau das mit Büchern, wie “What would Google do” suggeriert wird). Microsoft ist also durchaus in der Lage, den Konkurrenten aus Mountain View unter Druck zu setzen.

Und Bing legt noch weiter nach: In Kürze soll auch Facebook live durchsucht werden können.

Twitter für die Suchmaschinenoptimierung

Ist Twitter in der Familie der “Universal Search” einmal angekommen, wird deren Einsatz natürlich besonders für die SEO interessant. Man kann davon ausgehen, dass in der kommenden Zeit viele Diskussionen über relevante Ranking-Faktoren, sowie unzählige Tests durchgeführt werden, um das Machbare zu ergründen. Gehen wir vom aktuellen Stand der Dinge aus, kann man davon ausgehen, dass die eingehenden Links auf ein Profil einen Faktor darstellen (Profilseiten werden bisher wie “normale” Webseiten bewertet). Ob Faktoren, wie bspw. die Anzahl der Follower, zu qualitativen Ergebnissen führen wird, bleibt fraglich.

Der Einsatz von Twitter im Rahmen einer SEO verlangt aber nicht nur nach dem Wissen der möglichen technischen Ansätze, sondern wird auch den gesamten Workflow auf die Probe stellen: Die geringe Halbwertszeit von Tweets verlangt nach einer schnellen Reaktionszeit. Unbürokratische, direkte Kommunikationswege sind da essentiell. Eine Redaktion, die ihre Texte mit der SEO-Abteilung abgleichen muss, reagiert unter Umständen viel zu träge. Wird hier eine zentrale Instanz nicht mit den nötigen Befugnissen ausgestattet, kann man auf den Einsatz von Twitter in diesem Kontext wohl verzichten. Und hier werden sich gerade größere Unternehmen, die intern an Hierarchien gebunden sind, besonders schwer tun.

Durch die Bereitstellung von Twitter über Bing und Google wird der Service natürlich auch wesentlich intensiver genutzt. Beste Werbung für den Microblogging-Dienst. Hoffen wir, dass Twitter nicht ein zweites Mal von seinem Erfolg überrollt wird und jetzt über genügend Systemkapazitäten verfügt. Twitter arbeitet damit sehr zielgerichtet dem ständig von der Presse unterstrichenen Vorurteil entgegen, Twitter wäre noch nicht in der breiten Masse angekommen.

Fazit

Twitter ist ohne Zweifel ein großer Wurf gelungen – der möglicherweise in dieser Form auch nur zu Stande kam, weil Google das Potenzial des Systems unterschätzte. Wäre dem nicht so gewesen – hätte Google Twitter also einfach aufgekauft – wäre ein Deal mit Bing kaum möglich gewesen. So aber gehen Twitter und Bing als Gewinner in die nächste Runde.

Für die SEO kann die Integration von Twitter eine neue Gleichberechtigung bedeuten: Nicht (nur) das größere SEO-Budget, sondern insbesondere das flexiblere, dynamischere Management wird die Möglichkeiten dieser Polygynie (Hochzeit mit mehreren Frauen) für sich nutzen können.

Wir dürfen gespannt sein, ob noch weitere Frauen (Suchmaschinen) folgen werden, die in der aufgehenden Twitter-Sonne in einem besseren Licht erstrahlen möchten. Twitter ist eben doch mehr, als nur ein Verteiler für Belanglosigkeiten. Man darf Microsoft gratulieren, genau dies rechtzeitig erkannt zu haben.

twitterbing

[Bild: diesas / photocase.com]


1 Kommentar
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  1. i have been using the BING search engine for a couple of weeks. Bing seems to be as good as Google but for some reason i would still want to stick with Google search engine <

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