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Joy of Use: Mit iNudge Musik online produzieren

Joy of Use: Mit iNudge Musik online produzieren 18.09.2009 | Kategorie: Hauptartikel, UXO / Usability

Spätestens seit dem iPhone wissen wir, dass eine optimale User Experience ein entscheidender Erfolgsfaktor sein kann. Die Entwickler von inudge.net zeigen, dass sogar eine eigentlich völlig sinnfreie Anwendung mit viel Spaß als massiver Viralmarketing-Träger eingesetzt werden kann.

Immer mehr Applikationen finden ihren Weg in ein SaS-Dasein (Software as a Service) und müssen damit nicht mehr lokal auf dem Rechner installiert werden. Inzwischen gilt das sogar für Musik-Software.

Minimalistischer Step-Sequencer

Die Münchner Hobnox AG entwickelte den einfachen iNudge Online-Step-Sequenzer, der sich schnell und mit viel Spaß auch von nicht sonderlich musikalisch versierten Anwendern bedienen lässt.

sequencer2

Wer Step-Sequencer noch nicht kennt: Das Timing wird von links nach rechts über die X-Achse abgebildet, die Notenhöhe über die Y-Achse bestimmt. Sind die ersten “Noten” mit einem Mausklick gesetzt, erscheint nach dem Betätigen des Play-Buttons eine Spielmarke, die die aktuell gespielten Sounds anzeigt.

Der iNudge-Sequencer zeichnet sich durch folgende Features aus:

  • Keine Registrierung notwendig
  • 8 virtuelle Preset-Instrumente (ToneMatrix, Harp, Organ, Saturn, Frogster, Avatar, Rhode Bass, Drums)
  • Tempo frei wählbar
  • 16 Noten pro Takt
  • Notenlänge auf 1/16 festgelegt
  • Panorame und Pegeleinstellung pro Instrument
  • Programmierung von bisher nur 1 Takt möglich
  • Einfache Veröffentlichung der “Komposition”

Es ist also nur ein Takt mit unveränderbaren Instrumenten und 16 unterschiedlichen Noten nutzbar, was die Kreativität eigentlich stark einschränkt.

Eingebautes Viralmarketing

Trotzdem scheint das kleine Tool eine enorme Suchtwirkung auf seine Anwender entwickelt zu haben. Das mag auch nicht zuletzt daran liegen, dass die eigenen kreativen Ergüsse auf verschiedene Wege ganz einfach versendet, bzw. veröffentlicht werden können.

Dies geschieht entweder über einen Link:

Oder aber, man bettet einfach das Interface des Step-Sequencers in die eigene Website ein, so wie hier:

Interface-Usability

Aus Usability-Sicht stellt sich die Frage, ob der Sequencer optimal gestaltet wurde. Manche Funktionen erschließen sich nicht auf den ersten, sondern erst auf den zweiten Blick. Dem Erfolg scheint dies jedoch kein Abbruch zu tun.

Erfolgskonzept

Egal, ob die Features (momentan noch) nur wenige kreative Möglichkeiten bieten, oder nicht alles auf eine perfekte Usability getrimmt ist, so kompensiert das Grundkonzept in seiner Einfachheit doch mit einer enormen “Joy of Use” eine ganze Menge und sorgt für große Aufmerksamkeit. Eine Erweiterung der Funktionlität könnte sehr schnell zu einer Verkomplizierung und damit zu einer suboptimalen User Experience führen. In diesem Zusammenhang ist auch als sehr positiv zu bemerken, dass zur Nutzung weder eine Registrieurng, noch eine Anmeldung erforderlich ist.

Prinzipiell kann man den Entwicklern nur gratulieren. Wir dürfen gespannt sein, was Hobnox nach dem ersten Aha-Effekt der Nutzschaft noch nachlegen kann …

P.S.: Eigenkompositionen können hier natürlich gerne gepostet werden :-)

Es geht noch mehr

Wer noch mehr will, der kann mit dem Audiotool von Hobnox sogar komplette Musikstücke im Browser komponieren und dabei auf eine gut ausgestattete virtuelle Studioumgebung zurückgreifen. Fertige Songs können dann als Audiodatei export und veröffentlicht werden.

audiotool

[Photo Startseite: Photocase.com / Sint / 8bit Tango]


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