Livevideo-Marketing: justin.tv – Teil 3
Livevideo-Marketing: justin.tv – Teil 3 20.01.2010 | Kategorie: Hauptartikel, Serie: Livevideo-Marketing, UXO / UsabilityMit diesem und den nächsten 3 Artikeln sollen die wichtigsten Plattformen für das Livestreaming beschrieben werden. Den Anfang macht der Klassiker dieser Disziplin: justin.tv.
justin.tv wurde bereits im Jahr 2006 gegründet, ursprünglich sendete der Gründer Justin Kan allerdings nur sein eigenes Leben – 24 Stunden am Tag. Er prägte damit den Begriff des Livecastings. Seit 2007 steht justin.tv als Streaming-Plattform auch jedem anderen Nutzer zur Verfügung, der andere an seinem Leben teilhaben lassen, oder einfach nur kommunizieren möchte. Das System folgt dem Grundprinzip: Ich sende mein Videobild, interaggiere über das integrierte Chatsystem oder Social Media (Twitter oder Facebook). Der Empfang eines Videobildes der Gesprächspartner ist also nicht vorgesehen.
Kanalauswahl
justin.tv vermittelt einen guten ersten Eindruck. Auf der Startseite tummeln sich einige “featured” Inhalte, die auch den professionelle Anspruch des Systems suggerieren möchten.
Das System sortiert seine Nutzer, bzw. deren Kanäle über definierte Kategorien, die sich über das Menü im Kopfbereich ansteuern lassen:

Die Zusammenstellung der Kategorien macht einen durchdachten Eindruck und lässt den gewillten Zuschauer schnell zu seinem Ziel finden. Hat man sich für eine Kategorie entschieden, werden die zugewiesenen Kanäle aufgelistet.
Achtung: In der Kopfzeile lässt sich die gewünschte Sprache einstellen. Dabei handelt es sich jedoch nicht nur um die Interface-Sprache, sondern auch um die Selektion der Livestreams nach gewähltem Produktionsland. Wird die Sprache bspw. auf “Deutsch” eingestellt, erscheinen nur Kanäle aus Deutschland.
Hat man sich mit einem Klick für einen Kanal entschieden, präsentiert sich dieser mit dem Videobild auf der linken Seite, sowie einer Kommunikationsmöglichkeit auf der rechten.
Die Chatbox vereint die Nachrichten des internen Chatsystems, sowie die von Twitter und Facebook. Soll der eigene Channel nur einer ausgewählten Nutzerschaft zugänglich gemacht werden, kann dieser über ein Passwort geschützt werden. Geschützte Kanäle präsentieren sich wie folgt:
Soweit zum Erscheinungsbild von justin.tv von Zuschauerseite. Und welches Bild ergibt sich für den Sendenden?
Sendezentrale
Nach einer unkomplizierten Anmeldeprozedur und natürlich dem Anschluss einer Webcam, sorgt die justin-Flash-Applikation für die Übertragung des Videobildes an den Server. Zu Beginn lässt sich die Kamera und das Mikrofon für die Übertragung auswählen.
Anschließend folgt noch eine automatische Überprüfung der Übertragungsgeschwindigkeit.
Mit dem nun erscheinenden Fenster kann es dann endlich live gehen: Ein Klick auf “Start Broadcasting” sendet die ersten Bilder.
Über das Interface lässt sich auch HTML-Code in die Zwischenablage kopieren, der später zur Einbettung des Videos in eine beliebige Webseite verwendet werden kann. Das Chatfenster kann ebenfalls in eine andere Seite eingebunden werden. justin.tv verwaltet allerdings Video und Chat in separaten Fenstern, was die Bedienung manchmal unnötig erschwert.
Der laufende Videostream lässt sich auf Wunsch auch aufzeichnen. Über die Settings lassen sich Einstellungen zur Übertragung dann auch noch im laufenden Betrieb ändern:
Profileinstellung & Individualisieurng
justin.tv bietet eine Fülle an Optionen, den eigenen Kanal optisch an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Das Hochladen von Grafiken und die Festlegung eines eigenen Farbprofils stellen kein Problem dar.
Um Minderjährige vor problematischen Inhalten zu “schützen”, kann das eigene Profil als “ab 18″ markieren. Zwar sind die Inhalte von Zuschauerseite dann immer noch ohne Altersverifikation abrufbar, es wird der Kanalseite jedoch eine entsprechende Hinweisseite vorgeschaltet.
Badges & Gifts
justin.tv richtet sich mit seiner Gesamtkonzeption eher an die Privat-/Einzelperson und weniger an Unternehmen. Unterstrichen wird dieser Charakter durch die Bereitstellung von Badges und Gifts. Bei den Badges handelt es sich um Auszeichnungen, die Rückschlüsse auf die Nutzung und die Bekanntheit des Kanals zulassen. Gifts sind virtuelle Geschenke, die Zuschauer bei justin.tv für einen Broadcaster erwerben können (1 Euro). Über diesen Mechanismus lassen sich also objektive und subjektive Qualitäten erkennen.
Bewertung
Natürlich stellt sich nun die Frage, ob justin.tv für das eigene Livevideo-Marketing eingesetzt werden sollte. Grundsätzlich präsentiert sich das System sauber verarbeitet und kann auf eine bereits längere Historie zuückblicken. Zu beachten sind allerdins folgende Aspekte:
- justin.tv bietet zur Zeit noch keine echte Mobilapplikation an. Für einen solchen Einsatz muss aktuell noch ein Laptop oder ein Netbook herhalten. Nicht wirklich optimal.
- Das Chatfenster schreibt hinterlegte Links nicht zu anklickbaren Links um. Das kann je nach Anwendungsfall nervig werden und sollte deshalb bei der Auswahl bedacht werden.
- Für den Sendenden erscheint die Übertragung und Kommunikation nicht wirklich aus einem Guss: Die Videoübertragung wird über ein vom Chat separaten Fenster verwaltet. Der Sendende chattet über das gleiche Fenster, wie seine Zuschauer.
Übrigens: Für eine Twitter-Integration arbeitet justin.tv zur Zeit an einem Projekt, welches auf den Namen CamTweet hört.
Soviel bereits an dieser Stelle: Für das Livevideo-Marketing stehen vielleicht doch noch bessere Alternativen zur Verfügung … wie die kommenden Artikel dieser Serie zeigen werden.
Teile dieser Serie
Teil 2: Zielvorstellungen
Teil 3: justin.tv
Teil 4: stickam.com
Teil 5: ustream.tv
Teil 6: livestream.com












[...] dieser Serie Teil 1: Neue Chancen (Einführung) Teil 2: Zielvorstellungen Teil 3: justin.tv Teil 4: stickam.com Teil 5: ustream.tv Teil 6: [...]
es gibt ein app für den iPod/iPhone
also gibt es eine mobile variante
Ich wurde Opfer von Kreditkartenbetrügern… der Verlust beläuft sich auf über 1000€, das alles nur für JUSTIN.TV und Abbuchungen bei iTunes und Apple.
Finger weg!!!