Livevideo-Marketing: livestream.com – Teil 6
Livevideo-Marketing: livestream.com – Teil 6 04.02.2010 | Kategorie: Hauptartikel, Serie: Livevideo-Marketing, UXO / UsabilityMit livestream.com steht dem Nutzer ein komplettes Produktionsstudio für Liveübertragungen mit besonderen Raffinessen bereit. Haben wir die ideale Livevideo-Marketingplattform gefunden?
Auch wenn ustream.tv bereits einen vernünftigen, brauchbaren Eindruck hinterlassen konnte, sollte man dennoch einen Blick auf das werfen, was livestream.com seinen Nutzern zur Verfügung stellt. Eines vorweg: Es gibt eine kostenfreie, aber auch eine kostenpflichtige Variante. Die Einschränkungen des kostenlosen Angebotes sind jedoch so speziell, dass sich hier trotzdem sehr gut arbeiten lässt.
Kanalauswahl
Es fällt bereits beim Aufruf der Startseite von livestream.com auf: Hier tummeln sich weniger gelangweilte Freizeit-Egofilmer, sondern mehr durchaus organisierte Programmmacher. Es fallen vor allem viele TV-Streams ins Auge.
So wie bei ustream.tv auch, fällt die Kategorisierung der Kanäle – zumindest auf der Startseite – etwas spartanisch aus. Hat der Suchende eine Kategorie aufgerufen, erscheint eine sauber strukturierte Senderliste, die über die Funktionsleiste am oberen Rand zu erneutem Filtern auffordert. Hier finden sich nun wesentlich spezifischere Kategoriebezeichner.
Die Unterscheidung nach Aufzeichnung oder Liveübertragung steht bei livestream.com nicht so stark im Vordergrund, wie das bei der Konkurrenz der Fall war.
Auch auf der Kanalseite präsentiert sich livestream.com sauber und übersichtlich verarbeitet:
Auch livestream.com akzeptiert innerhalb des Chatfensters die Linkumschreibung, sodass valide Formulierungen direkt anklickbar werden.
Sendezentrale
Bei livestream.com stehen mehrere Übertragungsmöglichkeiten zur Verfügung, die nach dem Einloggen über die Profileinstellungen erreichbar sind:
Möchte der Nutzer seine Sendung möglichst einfach und ohne viel Schnickschnack live bringen, kann er auf den Webcaster zugreifen, der – so wie bei den anderen Anbietern auch – über eine einfache Flash-Applikation realisiert wurde.
Das Interface erlaubt trotz der einfachen Nutzeroberfläche den Zugriff auf alle wichtigen Parameter von Video und Kommunikation zu den Zuschauern. Der Webcaster eignet sich vor allem für den “Einzelkämpfer”.
Eine ganz andere Dimension der Funktionalität spielt livestream.com mit der Bereitstellung des “Studios” aus: Hier wurde tatsächlich elementare Funktionen einer Sendeanstalt in einer komplexen aber dennoch übersichtlichen Flash-Applikation nachempfunden.
Das Studio bietet unter anderem folgende Möglichkeiten:
- Einbinden mehrerer Kameras des gleichen oder unterschiedlichen Teilnehmern. Es kann also ein geografisch dezentral organisierter, virtueller Sender aufgebaut werden.
- Einspielerlisten mit vorbereitetem Videomaterial
- “Over-The-Shoulder” Hintergrund-Einblendungen
- Text- und RSS-Feeds-Einblendungen ins Videobild
- Natürlich Chat-Integration
- Autopilot-Funktion
- Erstellung individueller Widgets zur Einbindung in eine Website
Natürlich kann der eigene Kanal auch hier wieder an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
Grundsätzliche Einstellungen zur Individualisierung lassen sich auf Profilebene, und nicht im Studio vornehmen:
Procaster
Livestream.com bietet im Gegensatz zur Konkurrenz aber noch eine weitere Besonderheit: Über den sog. “Procaster” – eine Software für Windows und Mac – lässt sich eine bessere Bildqualität erzielen. Von besonderer Bedeutung ist allerdings die Funktion zur Übertragung der Desktop-Aktivitäten.
Ist die Livesendung mit dem Procaster einmal gestartet, erscheint eine Kommandoleiste, die zum einen wichtige Informationen anzeigt, zum anderen aber zwischen den Videoquellen hin- und herschalten lässt. Dabei sind sogar ansprechende Überblendungen, sowie die parallele Darstellung aller Videobilder im 3D-Look möglich. Sehr, sehr schön gelöst.
Der Procaster kann sogar in Kombination mit dem Studio verwendet werden und rundet damit die Feature-Liste in professioneller Weise ab.
Premium
Das System finanziert sich über Werbeeinblendungen. Der Anwender hat jedoch die Möglichkeit, diese über einen Premium-Account auszublenden, oder sogar eigene Werbung einzubinden. Los geht’s bei einem Preis von US-Dollar 350,00 pro Monat.
Der kostenpflichtige Account bietet darüber hinaus noch:
- Video in HD
- Tiefgreifende analytische Daten
- Mehr Speicherkapazität für Videomaterial
- White Label-Lösung
- Private Kanäle realisierbar
Bewertung
Wow, livestream.com zeigt auf eindrucksvolle Weise, was heute bereits möglich ist: Der Aufbau eines sehr funktionalen Produktionsstudios für das Livevideo-Marketing – und das zum Nulltarif. Zumindest für den Großteil reichen die Features der werbefinanzierte Variante mehr als aus. Sollen zu einem späteren Zeitpunkt eigene Monetarisierungskonzepte zum tragen kommen, sind die monatlichen Kosten für das gebotene in keinem Fall übertrieben.
Glückwunsch: Man kann livestream.com nur gratulieren – das ist unser Livevideo-Marketing-Tool!
Teile dieser Serie
Teil 2: Zielvorstellungen
Teil 3: justin.tv
Teil 4: stickam.com
Teil 5: ustream.tv
Teil 6: livestream.com












