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Livevideo-Marketing: Zielvorstellungen – Teil 2

Livevideo-Marketing: Zielvorstellungen – Teil 2 18.01.2010 | Kategorie: Hauptartikel, Serie: Livevideo-Marketing, UXO / Usability

In diesem Artikel meiner neuen Serie soll es um die konkreten Zielvorstellungen gehen, die mit Livevideo-Marketing umgesetzt werden sollen.

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Marke oder Produkt?

Zu Beginn sollte man sich natürlich die Frage zum Sinn und Zweck der ganzen Sache stellen. Soll es um die Stärkung des eigenen Image gehen? Oder möchte man doch lieber die eigene Dienstleistung oder Produkte verkaufen? Oder aber soll das Image optimal aufbereitet werden, damit sich Dienstleistung und Produkte besser verkaufen lassen?

[Foto: photocase.de, Mr. Action]

Livevideo-Marketing ist überall dort sinnvoll, wo

  • Abkürzungen in der Kommunikation via Bewegtbild und Interaktionsmöglichkeit einen Vorteil für potenzielle Kunden bedeuten und so schneller zu einer Entscheidungsfindung beitragen können
  • Informationen oder kostenloser Service das Vertrauen in eine Marke, bzw. Firma stärken können

Produktdemonstration

Die Vorstellung eines Produktes via Livevideo kann von großem Vorteil sein, da Zuschauern so ein direkter Kommunikationskanal für Rückfragen bereitsteht. Wird bspw. ein Kopiergerät live demonstriert, können sich Interessenten ein erstes Bild von der Verarbeitung machen, sich das Geräte im Livebetrieb betrachten und Fragen zur Bedienung stellen, die ohne eine solche Zugriffsmöglichkeit nie aufkommen würden. Prinzipiell wären damit interaktive TV-Shops realisierbar. Während TV-Shops, wie QVC oder HSE24 ein sehr breites Produktspektrum abdecken, könnten sich via Livestreaming nun erstmals “TV-Shops” etablieren, die sich auf eine spezielle Sparte fokussieren. Auf diese Weise ließen sich die Zielgruppen wesentlich genauer ansprechen. Wird dann auch noch auf eine weniger überzeichnete Präsentation als im TV gesetzt, könnten die Bewegtbilder die Überzeugungskraft an den Tag bringen, die man sich von Unternehmensseite schon lange wünscht.

Selbst für den Verkauf bei eBay drängen sich die neuen Möglichkeit nahezu auf: Fragen zu Produkt lassen sich so ohne Verzögerung klären.

Natürlich lassen sich auch ganz individuelle Produkte, die sich nicht zigfach über einen Shop verkaufen lassen, sehr gut präsentieren. Livestreaming eignet sich so bspw. ideal als Medium für Immobilienmakler, um zukünftigen Mietern oder Käufern ortsunabhängig Fragen zu einem Wohnobjekt zu erörtern. Hier kommt das Smartphone oder Netbook zum Einsatz, über welches sich direkt auf Fragen antworten lässt, die die Interessenten stellen, während sie den Rundgang per Video verfolgen.

Image und Dienstleistung

Die Darbietung von Image und Dienstleitung hängen doch oft sehr eng beieinander. Schließlich will man einen Klemptner nicht Stunden bei seiner Arbeit zusehen, bevor man ihn dann schließlich beauftragt. Oft ist man als Nicht-Fachmann zudem kaum in der Lage, die Qualität der Arbeit objektiv zu bewerten. Eine Dienstleitung lässt sich aber dann sehr gut verkaufen, wenn ein entsprechendes Vertrauen transportiert werden konnte. Natürlich lässt sich hier einiges mit den klassischen “Referenzen” und vielleicht auch mit aufgezeichneten Videos machen. Warum sollte man hier nun zu Livevideo greifen?

Die Interaktionsmöglichkeiten sind hier von entscheidendem Vorteil. Kann der Zuschauer live in das Geschehen der Sendung eingreifen, vermittelt dies sofort das Gefühl der Nähe zum Gegenüber. Zur Steigerung des Image bieten sich deshalb Zusatzdienste, wie bspw. kostenfreie Beratungsgespräche oder aktuelle Berichterstattungen rund um ein spezielles Thema an.

Repräsentator ihres Vertrauens

Je nachdem, wie Livevideo eingesetzt wird, obliegt dem Moderator eines Livestreams eine große Verantwortung. Schließlich kann er als visueller Repräsentant eines Unternehmens durch einen Versprecher oder eine Wissenslücke zu einem enormen Imageschaden beitragen. Dabei sollte das Image doch gestärkt werden. Während das corporate Twittering schon zu ersten Problemen in dieser Richtung führte, sind solche Situationen über einen Livestream natürlich noch unmittelbarer öffentlich gemacht. Außerdem lassen sich einmal so geäußerte Betriebsgeheimnisse ebenfalls kaum wieder zurücknehmen. Es kann also enormer Schaden entstehen. Deshalb ganz wichtig: Vor der ersten Livesendung sind genaue Absprachen notwendig, die die Art und Weise und vor allem die Grenzen der Kommunikation festlegen.

Wichtig ist aber auch, dass der Präsentator vertrauenswürdig erscheint. Was nützt es, wenn die Website des Unternehmens Erwartungen schüren konnte, ein Livestream aber den ersten positiven Eindruck direkt wieder zunichte macht?

Durchgestylt oder aus dem Leben

Da nur die wenigsten von uns ein Kameratraining hinter sich haben, muss man sich ganz offen die Frage stellen, ob ein Verzicht nicht doch die klügere Alternative darstellt. Was passiert, wenn ich mich und mein Unternehmen vor allen Augen blamiere? Ein Verzicht bedeutet aber gleichzeitig auch, der Konkurrenz möglicherweise das Feld ohne Kampf freizugeben. Rückzug kann also keine optimale Lösung darstellen.

Betrachtet man sich die Sache genauer, kann die Angelegenheit nur dann peinlich werden, wenn die Übertragung, der hoffentlich viele Menschen folgen, unfreiwillig unprofessionell wird. Schließlich wirkt es dann so, als ob man dem selbst gesteckten Anspruch nicht gerecht werden könnte.

Was aber, wenn dieser “TV-Studio”-Anspruch gar nicht erhoben wird? Es wäre doch ebenso denkbar, die gesamte Übertragung als “spontanes” Live-Event zu promoten, bei dem Versprecher oder Hänger die Authentizität zudem unterstreichen. Verstärken lässt sich ein solches “Live-Feeling” bspw. mit einer mit der Hand geführten Kamera, damit das Bild zwischendurch auch mal etwas wackeln darf. Möglich ist hier natürlich auch, die Kamera als Moderator selbst zu führen und damit größtenteils aus der Ego-Perspektive zu senden. Wichtig ist eines: Das konzeptionelle Format muss zum Thema, bzw. zur Zielgruppe passen!

Einladen und zählen

Konnte man sich intern auf konkrete Ziele einigen, sollten diese natürlich auch über ein Web-Analytics-System getrackt werden. Haben sich die Mühen gelohnt und einen entsprechenden Effekt gebracht? Die Einrichtung einer Monitoring-Lösung ist unbedingt erforderlich.

Bevor Letzteres diese Zuschauer zählen kann, ist vor der eigentlichen Sendung jedoch einiges an Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Twitter und Facebook gehören bei den Streamingservice-Anbietern ohnehin zum Handgepäck, Xing und die klassische Mail sollten aber ebenfalls zum Einsatz kommen, damit möglichst viele Menschen eine Einladung, bzw. Vorankündigung zum Event erhalten. Auch Pressemeldungen in diversen Online-Presseportale machen sich hier ganz gut.

Zwischenfazit

Mit ein wenig Kreativität lassen sich wahrscheinlich in beinahe jeder Branche interessante Anwendungen für das Livevideo finden. Hat man für sich ein Konzept gefunden, in dem der Präsentator glaubhaft und authentisch aufgehen kann, bietet Livestreaming emotionalisierende Entscheidungsimpulse und eine zielgerichtetere Interaktionsmöglichkeit, als dies bisher über Twitter oder andere Kanäle möglich war. In den nächsten Artikeln dieser Serie sollen nun die vier wichtigsten Livestreaming-Dienstleister beschrieben werden, die teilweise völlig unterschiedliche Schwerpunkte aufweisen …

Teile dieser Serie

Teil 1: Neue Chancen (Einführung)
Teil 2: Zielvorstellungen
Teil 3: justin.tv
Teil 4: stickam.com
Teil 5: ustream.tv
Teil 6: livestream.com

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