Manipulierte Selbstbestimmung
Manipulierte Selbstbestimmung | Kategorie: Hauptartikel, SEONicht immer ist auch das drin, was andere sagen. Gilt das auch für Google Street View?
Aus psychologischer Sicht geht es bei solchen Debatten, wie Google Street View, oft nur um die Realisierung der Mitbestimmung. Vielen Menschen scheint es besonders wichtig, dass sie in einen Entscheidungsprozess eingebunden werden und nicht über ihre “Köpfe hinweg” bestimmt wird. Das gilt im neuen Digitalzeitalter offenbar auch für solche Aspekte, die eigentlich keiner großen Diskussion bedürfen. Da aber die Rechtslage nicht ganz eindeutig scheint (Google hat die Bilder etwas oberhalb der natürlichen “Fußgängerperspektive” aufgenommen) und erstmalig Daten in relativ großem Umfang gesammelt werden, poppt die Debatte um die “Datenkrake Google” wieder hoch. Und die Presse tut ihres dazu, um möglichst viele Menschen zu polarisieren und mentale Einstellungen frühzeitig zu “formen” – denn Viele hatten zuvor noch keine wirkliche Meinung zu diesem Thema. Das bei Google Street View verpixelte Häuser nun Opfer von Eierattacken wurden, scheint skurril.
[Foto: photocase.com, FrühstücksZitrEi, AndreasF.]
Google gilt bei den Verlagen ja ohnehin als “Feind Nummer 1″, der die traditionellen Monetarisierungskonzepte gefährdet. Eine objektive, für jeden verständliche Aufklärung scheint hier nicht erwünscht.
Das es bereits Dienste gibt, die die eigenen vier Wände im Internet zeigen, wird bestenfalls am Rande wahrgenommen. Auf diesem Hintergrund erwecken die folgenden Bilder einmal mehr den Eindruck, als wenn Street View dazu verwendet worden wäre, Quote zu machen und die Bevölkerung gegen den “Feind Google” einzustimmen. Die Beispiele zeigen, dass sich die bei Google verpixelten Daten bei sightwalk.de unverpixelt betrachten lassen:
Bonn
Das Haus auf der folgenden Abbildung von Google Street View wurde verpixelt …
… lässt sich aber über sightswalk.de gänzlich unverpixelt ansehen:
München
Einige Häuser auf der Widenmayerstraße an der Isar in München sollte offenbar ebenfalls unkenntlich gemacht werden.
Bei sightwalk.de lassen sich diese problemlos betrachten:
Hamburg
Auch das Haus neben Google Deutschland in der ABC-Straße wurde verpixelt:
sightwalk.de zeigt es gänzlich klar:
Noch ein ganz anderer Punkt: Für potenzielle Einbrecher könnte die Verpixelung eines Hauses auch einen Hinweis auf ein “lohnendes Objekt” sein, welches man sich evtl. doch einmal vor Ort anschauen sollte. Dabei wollten die Anwohner eine solche Situation gerade verhindern. Möglicherweise wünschen sich bald doch mehr Menschen die Verpixelung wieder weg? Es wäre schön, hätte die Presse hier vernünftig aufgeklärt, als nur Stimmung und Panik zu machen. Außerdem fehlt es mir an Artikeln, die sich mit dieser Materie positiv auseinandersetzen und aufzeigen, was durch ein solches System alles erst möglich wird.
Letzten Endes muss man sich eben doch die Frage stellen, was gefährlicher ist, bzw. wer mehr manipuliert und polarisiert: Google oder bestimmte Vertreter der Presse?