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Test: Clickmaps mit Clickheat von LabsMedia

Test: Clickmaps mit Clickheat von LabsMedia | Kategorie: UXO / Usability

LabsMedia lockt mit einem Open-Source-Clickmap-Tool zur Erstellung von Heatmaps, mit dessen Hilfe sich Probleme bei der Bedienung leichter erfassen lassen sollen. Leider erfüllt diese Lösung mit dem Namen Clickheat nur einen Teil der Anprüche, die man für eine brauchbare Verwendung stellen muss.

Heatmaps sind toll: Mit ihrer Hilfe lassen sich aggregierte Daten so visualisieren, in Powerpointpräsentationen und Screencasts einbinden, dass diese auch von weniger Internet-affinen Menschen interpretiert werden können (”wenn ich das jetzt so sehe, wird mir einiges klar …”).

Heatmaps, Clickmaps, Movementmaps

Heatmaps sind in diesem Kontext Grafiken, die eine Website darstellen und – ähnlich wie das Bild einer Wärmekamera – die Nutzung der Website in Form überlagerter Farbflächen darstellt. Je nach Art der verwendeten Daten unterscheidet man zwischen Clickmaps und Movementmaps.

Clickmaps zeigen auf, welche Bereiche einer Website angeklickt wurden, auch wenn kein anklickbares Objekt angeklickt wurde. Clickmaps können damit eindeutige Hinweise auf Schwächen in der Usability einer Website geben.

Einen Schritt weiter gehen Movementmaps, die bisher von nur ganz wenigen Anbietern erstellt werden können. Bei den Movementmaps werden die Mausbewegungen aufgezeichnet und diese in Form einer Heatmap zusammengeführt. Da über 30% der Besucher zu den sog. Mauslesern gehören, können Sie über Movementmaps ablesen, welche Bereiche im besonderen Aufmerksamkeitsfokus lagen.

Kostenpflichtig

Inzwischen gibt es einige Anbieter am Markt, die Nutzerdaten erfassen und entsprechende Heatmaps erstellen können (www.etracker.de, www.econda.de). Die meisten beschränken sich allerdings auf die Erstellung von Clickmaps. Das liegt auch nicht zuletzt daran, dass die Datensammlung für Movementsmaps wesentlich komplexer ist. Führend in diesem Bereich ist die Dresdner seto Gmbh (m-pathy.com).

Open-Source: Clickheat

LabsMedia bietet unter dem Namen Clickheat eine Open-Source-Lösung zur Erstellung von Clickmaps an. Die Installation geht einfach von der Hand und verzichtet sogar auf die Verwendung einer Datenbank. Zum Tracken einer Website müssen Sie – wie bei den kommerziellen Vertretern auch – nur einen JavaScript-Codeschnipsel in den Fußbereich Ihrer Seite integrieren. Das war’s.

Features

Clickheat bietet ein paar wenige Features:

  • Beobachtung einer Seite über eine Group
  • Filterung der Besucher nach Browser
  • Filterung der Besucher nach Bildschirmauflösung
  • Aggregation der Daten nach Tag, Woche und Monat
  • Einstellung der Transparenz der auf die Website überlagerte Heatmap
  • Eigene Klicks (Administrator) können ausgefiltert werden

clickheat1

Das klingt zunächst einmal garnicht so schlecht.

Test

Ich habe das System hier im Blog ein paar Tage zum Einsatz gebracht. Und hier kamen dann doch große Unterschiede zu den kostenpflichtigen System zum Vorschein:

clickheat2

Sehr häugig erschienen Klicks an Stellen, die man sich nicht wirklich erklären konnte. Sicherlich können vereinzelt Klicks auch in nicht-anklickbaren Bereichen getätigt werden. Wenn diese allerdings gehäuft an einer Stelle auftreten, an denen nur weißer Hintergrund zu finden ist, kann das entweder auf eine fehlerhafte Messung, oder eine fehlerhaft Interpretation hindeuten. Beide Punkte sind nicht auszuschliessen.

Fehlinterpretationen sind insbesondere bei sehr aktiven Webpräsenzen die Regel, da es sich bei der angezeigten Webseite im Hintergrund immer um die aktuelle Ansicht handelt, nicht um die zum Zeitpunkt der Aufzeichnung vorliegende.

Fazit

Die Interpretation der Daten ist schwierig. Für eine brauchbare Auswertung fehlen Möglichkeiten für einen A/B-Test. Insbesondere dynamische, sich der Browsergröße anpassende Seitenlayouts sind kaum richtig zu beobachten. Nicht zuletzt deshalb besteht Zweifel an der Zuverlässigkeit der Messung der Klickpositionen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Clickheat also eher eine Spielerei. Trotzdem bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt, denn die Ansätze sind durchaus vielversprechend.


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